Stadtteilschule Horn - Gestaltungsseminar

StS Horn - Gestaltungsseminar Schulgestaltung

2015, Hamburg, Stadtteilschule Horn

Der „Raum als dritter Pädagoge“ ist längst zu einem geläufigen Begriff geworden. Neben den Gleichaltrigen und dem Lehrkörper hat auch der Raum in dem man sich aufhält, eine Auswirkung auf das Wohlbefinden und die persönliche Entwicklung. Gerade so wichtige Faktoren wie Vielseitigkeit, Kreativität, Spannung & Neugierde lassen sich wunderbar in der Gestaltung von Lebenswelten aufzeigen und können dazu beitragen, dass junge Menschen sie frühzeitig als wichtig anerkennen.

Umso erstaunlicher, dass bei der Grundsanierung einer Schule die Gestaltung der Räume außer acht gelassen wird, wie im Fall der Stadtteilschule Horn geschehen: Grau gestrichene Betonwände verlaufen entlang dreißig Meter langer Flure, bis sie von Treppenhäusern unterbrochen werden, die zur Orientierung in den drei Grundfarben gestrichen sind.  

Dank des „Kulturagentenprogramms für Kreative Schulen“ nahm die Schulleitung der Stadtteilschule Horn die Möglichkeit wahr, sich selbst um schönere Räume zu kümmern.

Zurecht bestand der Wunsch, Schüler aus möglichst vielen unterschiedlichen Stufen in die Ideenfindung zur Gestaltung mit einzubeziehen. Per Ausschreibung wurden 15 Schüler aus den Stufen 8 bis 13 gefunden, mit denen wir uns eine Woche lang Gedanken machen konnten, wie man es besser macht. 

Eine Woche ist nicht besonders viel Zeit, wenn man beachtet, dass sich die Schüler einerseits untereinander nicht kennen und andererseits ein konkreter Entwurf für den Eingangsbereich der Schule in dieser Zeit entstehen soll. Wir sind trotzdem sehr breit an das Thema herangegangen - um möglichst viele unterschiedliche Eindrücke zu bekommen, von dem, wie Schüler sich ihre Schule vorstellen.

Viele Ideenfäden wurden in den 5 Tagen gesponnen, immer wieder verworfen und neu verknotet. Wie findet man einen Slogan für die Schule? Man schaut sich einen Vormittag die liebsten Werbungen direkt über das Smartboard auf Youtube an und fragt sich, was darin eigentlich passiert. Wie stellt man kulturelle Vielfalt da? Man grüßt sich in verschiedenen Sprachen und landet plötzlich bei „In 80 Sprichwörtern um die Welt“. Am Ende der Woche haben die Schüler dann nur noch eine Frage: „Wann dürfen wir umsetzen?“

 

Freizeitarchitektur (Yilmaz Kocarslan): Konzept & Leitung Projektwoche Begleited durch: Julia Münz (Kulturagentenprogramm) Auftraggeber: StS Horn, Kulturagentenprogramm